Agile Projekte, SCRUM oder XP?

SCRUM wurde von Jeff Sutherland zum alltäglichen Begriff gemacht und man wird häufig damit konfrontiert. Gewisse Elemente aus SCRUM wie das Kanban Board und die täglichen Standup Meeting fanden grossen Anklang – auch ausserhalb der IT. Doch auch wie SCRUM ist Extreme Programming (XP) bei Agilen Projekten sehr beliebt. Es wird jedoch mehr von reinen Software Entwicklungsteams gebraucht, da es das Agile Framework mit den meisten nicht-verhandelbaren Vorgaben ist. Beispielsweise bezüglich den Engineering Praktiken für Software Entwicklung. Es hat klare Qualitätsanforderungen und setzt da seinen Fokus.

 SCRUM und XP teilen grundlegende Konzepte wie die iterative Entwicklung, schnellst möglich funktionale Software zu liefern, Release und Iterationsplanung in Sprints, täglichen Standups, Refklektierung und Verbesserung. Viele halten beide für das gleiche Framework und zugegeben, es ist auch schwierig sie zu unterscheiden. Speziell wenn ein Software Team SCRUM und das andere in der gleichen Abteilung XP macht. Doch wie zu Beginn erwähnt, gibt es auch wesentliche Unterschiede:

1. Länge von Iterationen

  • SCRUM – Normalerweise von 2 Wochen bis zu einem Monat
  • XP – Eins bis zwei Wochen

2. Anpassungen von Requirements während des Sprints

  • SCRUM – Keine Änderungen während des Sprints möglich. Sobald das Item in einen aktuellen Sprint hinzugefügt wird, können keine Änderungen vorgenommen werden.
  • XP – Last Minute Änderungen sind möglich, auch während dem Sprint. Wenn das Team z.B. an einem spezifischen Feature noch nicht begonnen hat zu arbeiten, kann es auch während dem Sprint mit einem ähnlich langen Feature aus dem Backlog ersetzt werden

3. User Stories werden strikt nach den Prioritäten und vorgegebenen Iterationen implementiert

  • SCRUM – Nein, der Produkt Manager entscheidet die Sequenz von Features aus dem Backlog. Normalerweise nach den Prioritäten. Das SCRUM Team kann sich aber selbst bei Kapazität Items zuweisen.
  • XP – Ja, es wird eine fixe Priorität von Features definiert und das Projektteam arbeitet nach dieser vorgegebenen Sequenz. Ausnahmen im Falle von Anpassungen von Requirements (siehe oben)

4. Engineering Praktiken, welche für die Qualität der Implementierung ausschlaggebend ist

  • SCRUM – Es gibt keine Engineering Praktiken
  • XP – Es gibt klare Engineering Praktiken, wie zum Beispiel TDD (Test-driven Development), Refactoring, Pair Programming, Simple Design. Der Bezug auf die Qualität und stetige Verbesserung inklusive des Testings hat Priorität.

 

Zusammengefasst, Unternehmen müssen sich bei der Frage bezüglich eines Agilen Frameworks entscheiden, ob sie mehr auf Selbst-Organisation setzen und den Entwicklern Spielraum geben (SCRUM) oder auf klare Engineering Praktiken setzen wollen, mehr Reviews aber auch vorgegebene Sequenzen von Prioritäten haben wollen (XP).

XP hat aber klare Richtlinien und die meisten Regeln sind nicht verhandelbar. Es kann also Sinn machen, Projektteams, welche erst seit kurzem zusammenarbeiten und tendenziell unerfahrener sind, mit XP beginnen sollten. Sobald das Team genügend Erfahrung gesammelt hat und die Engineering Praktiken als selbstverständlich ansieht, kann zu einem professionellem SCRUM Team gewechselt werden.

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Der Vergleich zu Projekten in anderen Branchen zeigt: IT-Projekte schlagen vermehrt fehl und werden abgebrochen. Oder sie enden, aber sind über Frist oder Budget. Laut einer internationalen Studie von der Standish Group gaben Vertreter von Grossfirmen in DACH, UK und Nordamerika an, 84% der Projekte würden nicht Frist- oder Budgetgerecht abgeschlossen oder schlagen fehl.

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Der Vergleich zu Projekten in anderen Branchen zeigt: IT-Projekte schlagen vermehrt fehl und werden abgebrochen. Oder sie enden, aber sind über Frist oder Budget. Laut einer internationalen Studie von der Standish Group gaben Vertreter von Grossfirmen in DACH, UK und Nordamerika an, 84% der Projekte würden nicht Frist- oder Budgetgerecht abgeschlossen oder schlagen fehl. Von diesen 84% sind 53% über der vorgegebenen Zeit sowie Budget oder beinhalten nicht alle versprochenen Funktionalitäten. 31% der Projekte schlagen entweder fehl oder werden nicht mehr weiterverfolgt. Nur lediglich 16% aller Projekte wurden wie versprochen geliefert.

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