IT Management, IT Methodik

Agile Transformation in IT Projekten

Agil-Wasserfall Hybrid

Unternehmen versuchen vermehrt, IT-Projekte Agil durchzuführen. Agil ist eine ganze Methodik im Projekt Management und umfasst die gängigen Praktiken, wie z.B. SCRUM oder XP (Extreme Programming). Gründe weswegen Unternehmen ihre Projekte agiler durchführen wollen liegen auf der Hand: Mehr Effizienz, schneller Abwicklung und vorzeigbare Ergebnisse, mehr Kontrolle ob das gelieferte dem entspricht, was gewünscht wurde. Sow mehr Interaktion zwischen den Stakeholdern, den Projekt Sponsoren und dem Projekt Team.
Genau dies wird aber in vielen Fällen zum Verhängnis, denn Unternehmen tun sich schwer mit einer radikalen Umstellung. Meistens ist es nicht, weil die Änderungen nicht gelebt werden. Sondern weil die Umgebung im Unternehmen eine radikale Änderung nicht zulässt.

Gründe wieso das erste Agile Projekt in grösseren Unternehmen meistens fehl schlägt:

  1. Abhängigkeiten zu anderen Teams von Lieferobjekten, welche nicht Agil unterwegs sind
  2. Stakeholder sind mit anderen Projekten und Arbeiten beschäftigt und können nicht die nötige Zeit aufbringen, mehr als einmal wöchentlich and Review Meetings teilzunehmen
  3. Change Management hat starre Release Cycles von 1-2 mal monatlich, was wöchentliche Änderungen unmöglich macht
  4. Vorhandenes Operations Team ist überlastet und kann keine Kapazität, neue Software / Infrastruktur zu unterhalten

Was dann zu beobachten ist, ist einen ungewollten Wechsel zurück zu gewissen Wasserfall Elementen. Zum Beispiel sind dann die Projektreviews plötzlich monatlich anstatt mehrmals wöchentlich. Die Arbeitspakete bzw. User Stories werden von Sprint zu Sprint geschoben da die Abhängigkeiten nicht gelöst werden können. Und das erste offizielle MVP (Minimal Viable Product) verzögert sich nach hinten. Schlussendlich beginnt das Management ihre Entscheidung, Projekte agil zu führen, anzuzweifeln und verlangt Erklärungen.

In solchen Fällen, wenn Unternehmen eine gewisse Grösse aufweisen und einzelne IT-Abteilungen andere Management Ansätze haben, könnte ein Hybrid-Modell eingesetzt werden.

Denn es gibt keine “one-size-fits-all” Lösung zu jeglichen Arten von Projekten. Agil ist im Trend, aber auch wenn Wasserfall noch so altmodisch klingt, berücksichtigt es gewisse Ansätze, welche Unternehmen erlauben besser zu planen. Vor allem wenn die Umgebung um das Projekt herum starr und restriktiv scheint.

Das besten von beiden Welten

Das Agil-Wasserfall Hybrid Modell, welches Erick Bergmann und Andy Hamilton eingeführt haben, ist das bekannteste und meist verwendete Modell. Es werden die Phasen aus dem Wasserfall Modell verwendet und bei der Entwicklungs- und Testphase mit agilen Elementen ergänzt. So würde ein Agil-Wasserfall Hybrid aussehen:


Die Vorteile eines solchen Modells

  1. In den ersten Phasen werden die Anforderungen, Abhängigkeiten sowie der Zeitplan von anderen Teams geprüft. Es soll sichergestellt werden, dass die Hardware im Vorhinein bestellt wird, wenn es Monate dauern kann bis sie eintrifft. Ebenso werden andere Teams nach ihren Kapazitäten geprüft und schon im Voraus eingeplant, gewisse Elemente zu liefern.
  2. Die kritischen Pfade werden zu Beginn her eruiert und dementsprechend als Risiko klassifiziert.
  3. Das Design steht grundsätzlich und kann mit den Stakeholdern besprochen werden. Man versucht zu verhindern, wenn Stakeholder nicht verfügbar sind, keine falschen Annahmen getroffen werden oder das Projektteam auf Anforderungen wartet.
  4. Das Entwickeln und Testen wird dann möglichst agil erledigt. Es gibt tägliche Standup Meetings, Sprint-Planung sowie einen Produkt Backlog. Man versucht möglichst alle Abhängigkeiten so geplant zu haben, dass die Sprints aufgehen. Wenn Änderungen gewünscht sind, können diese schon früh berücksichtigt werden.
  5. Projektreporting kann traditionell gemacht werden und Projekt Sponsoren dementsprechend informiert.
  6. Continous Improvement ist gegeben, denn es können mehrere Iterationen vorgenommen und Lieferobjekte kontinuierlich verbessert werden.

Ähnlich wie bei einem Hausbau wird die initiale Planung und Klärung der Verfügbarkeit von Handwerkern im Wasserfall Prinzip zu Beginn erledigt. Die einzelnen Lieferobjekte dann per Agile Elemente, um möglichst flexibel mit Änderungen einzugehen.

Solche Umstellungen sind für Unternehmen einfacher, da sie sich Schrittweise an die Agile-Angehensweise herantasten können. Software Teams können agil arbeite und ihre Lieferobjekte in Sprints erledigen, während Hardware Teams sowie die Produkt Manager die Wasserfall Elemente weiterführen können.

DER AUTOR
Dr. Sophie Haberland

Dr. Sophie Haberland

Executive Partner
Dr. Sophie Haberland ist Vorstandsmitglied des Akana-Managements und beaufsichtigt als COO die Rekrutierungs- und Personalentwicklungsprogramme von Akana.
INSIGHTS
MIT ANDEREN TEILEN
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on pinterest
Share on email
Share on print

IMMER UP TO DATE

NEWSLETTER ZUM THEMA